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Value-Based Healthcare in der DACH-Region: Anspruch, Realität und neue Ansätze

MedTech

18.02.2026

Strategischer Dialog

Patientenzentriert und wertorientiert Die Gesundheitsversorgung in der DACH-Region wird zunehmend als ein führender Rahmen für moderne Gesundheitssysteme weltweit anerkannt. Spanien, die Niederlande und mehrere skandinavische Länder sind Beispiele für Gesundheitssysteme, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Patienten orientieren - medizinisch, wirtschaftlich und persönlich.

In der DACH-Region bleibt diese Perspektive meist ein Zielbild – selten gelebte Realität. Obwohl das Konzept in der Theorie anerkannt ist, dominieren in der Praxis fragmentierte Zuständigkeiten, Silodenken und ein Finanzierungssystem, das Fallzahlen statt Ergebnisse belohnt.

Führungskreis MedTech: Eine Innenperspektive

In der Executive Circle MedTech-Rundtisch die von TTE Strategy veranstaltet wurde, diskutierten Entscheidungsträger aus Krankenhäusern, MedTech-Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und Investoren darüber, wie Innovationen im Gesundheitswesen in der DACH-Region freigesetzt werden können: Wie können Innovationen im Gesundheitswesen zu messbaren Verbesserungen auf Systemebene führen?

Die Diskussion identifizierte vier strukturelle Hebel, die für eine wirksame Umsetzung in der DACH-Region entscheidend sind. Ein wiederkehrendes Thema war die Operationalisierung von Patient-Centered und Value-Based Care — nicht als konzeptionelles Leitbild, sondern als messbare Neugestaltung von Versorgungs- und Bewertungsmodellen.

Was noch fehlt: Ein gemeinsames Verständnis von “Wert” 

Die Roundtable-Diskussion zeigte deutlich: Viele Akteure sprechen über Patientenzentrierung, ohne sie systematisch umzusetzen. „Die Prozesse sind nicht patientenorientiert, sondern institutionszentriert“, brachte ein Teilnehmer es auf den Punkt.

Echte Value-Based Healthcare beginnt mit der Frage: Was bedeutet Wert aus Sicht des Patienten? Das schließt klinische Ergebnisse ein – aber auch Aspekte wie Lebensqualität, Zugang, Kommunikation und Verlässlichkeit. In einem patientenzentrierten System werden diese Dimensionen messbar gemacht und als Grundlage für Steuerung und Vergütung genutzt.

Strukturelle Hemmnisse und Chancen

Ein zentrales Hindernis liegt in der Systemlogik selbst:

  • Die aktuellen Vergütungsmodelle zementieren kurzfristiges Denken.

  • Anreize fehlen, sektorübergreifend zusammenzuarbeiten

  • Den Datensystemen mangelt es häufig an Interoperabilität und Echtzeittransparenz.

  • Patient Reported Outcome Measures (PROMs) werden nicht systematisch in die Entscheidungsfindung einbezogen, obwohl sie für die Ergebnismessung und die Erstattungslogik von Bedeutung sind.

Diese Zwänge sind strukturell, nicht konzeptionell.

Fünf Hebel zur Ermöglichung einer wertorientierten Gesundheitsversorgung

  1. Verlagerung von der Prozesslogik zur Ergebnislogik
    Der Erfolg medizinischer Leistungen sollte nicht an erbrachten Maßnahmen, sondern am konkreten Nutzen für den Patienten gemessen werden.
  2. Ermöglichung einer sektorübergreifenden Rechenschaftspflicht
    Versorgung über die Grenzen von ambulant, stationär und Reha hinweg denken – inklusive abgestimmter Datennutzung.
  3. Aufbau einer interoperablen digitalen Infrastruktur
    Echtzeitdaten, standardisierte Schnittstellen und interoperable Plattformen machen patientenzentriertes Arbeiten überhaupt erst möglich. 
  4. Verankerung des Patientenwertes in der Entscheidungslogik
    Co-Creation von Versorgungsmodellen mit Patienten, inklusive kontinuierlichem Feedback aus PROMs.
  5. Von internationalen Systemen lernen, die Anreize auf nationaler Ebene angleichen
    Länder wie Saudi-Arabien zeigen, wie patientenzentrierte Strategien in nationalen Visionen verankert werden – samt digitalem Backbone und klaren Verantwortlichkeiten.

Vom Konzept zur Umsetzung

Eine wichtige Erkenntnis aus dem Executive Circle: Die DACH-Region verfügt über starke klinische Expertise, starke Forschung, fortschrittliche Technologie und engagierte Fachkräfte. Was fehlt, ist eine strategische Ausrichtung und operative Klarheit darüber, was Patientennutzen wirklich bedeutet - und wie man ihn schafft. 

TTE Strategy unterstützt Organisationen des Gesundheitswesens dabei, vom Konzept zur Umsetzung zu gelangen und die Vision einer patientenzentrierten Versorgung in messbare, skalierbare Ergebnisse umzusetzen. Mit sektorübergreifender Expertise, praktischer Transformationserfahrung und dem tiefen Glauben an eine Wertschöpfung, die bei den Patienten beginnt.

Lassen Sie uns gemeinsam eine Strategie entwickeln, die Patientenzentrierung messbar macht.

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